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Grund und Boden: Fundamente einer Landschaft

Donnerstag, 12. April 2012

Interdisziplinäres Landschaftspleinair, 9. – 15. Juli 2011 • Oderbruch

Veranstalter:
Akademie für Landschaftskommunikation e.V.
www.oderbruchpavillon.de

unterstützt durch:

IALE – D (International Association for Landscape Ecology, Sektion Deutschland)

Boden Nährstoff Schadstoff Erde bodenlos
Bodenreform bodenständig Schweiß Pflug
Bodenbörse Fläche Spekulation Fäulnis Zersetzung
Humus Bodenschatz Minen Bodengüte Wurzeln
Besitz Feuchtigkeit Fruchtbarkeit Fruchtfolge Ertrag
Geschichte Pacht Mineralisierung Devastierung
Degeneration Ackerzahl schwer leicht fett
Versiegelung Melioration Segen Salz Schichten Gülle
Flur Krume Scholle Poren Kapillaren Bodenhaftung
Struktur Aufbau Ansprache Regenwürmer Profil
pH-Wert Dreck Leben Blut Grundwasser Horizont

Das Thema:
Grund und Boden sind die Fundamente jeder Landschaft. Sie ermöglichen das Leben im Naturraum und geben die Spielräume für seine Nutzung vor. Auf dem Boden wird gebaut, er ist Eigentum und Gegenstand harter Auseinandersetzungen über seine Bewirtschaftung. Eine Vielzahl an kulturellen Perspektiven ist deshalb auf den Boden gerichtet. Auch in Fachkreisen ist die Bedeutung des Bodens bekannt und viele Ökologen gehen davon aus, dass die weltweite Vernichtung fruchtbarer Böden eine der größten Gefahren der Zukunft darstellt. Gleichwohl wird der Boden im politischen Diskurs seit Jahrzehnten nur wenig beachtet. Das liegt vor allem daran, dass die interessanten Dinge an diesem Thema so schlecht wahrzunehmen sind: Weder das Bodenleben noch die an Grund und Fläche geknüpften Interessen sind für die menschlichen Sinne leicht zu erkennen. Ziel des Pleinairs ist es daher, einige der zentralen Fragen, die mit dem Boden verküpft sind, zu thematisieren, sie sicht- und hörbar zu machen.

Arbeitsweise:
16 Künstler, Ökologen, Kulturwissenschaftler, Planer und Landschaftsbauer arbeiten gemeinsam im Oderbruch an der Vielfalt der Perspektiven zum Thema Grund und Boden. Verschiedenste Materialien, Daten und Informationen werden genutzt und verknüpft.
Die Ergebnisse werden auf einem Stück Ackerland im Oderbruch in Form einer Freiluftinstallation gestaltet und öffentlich präsentiert.

Teilnehmer:
Dr. Kenneth Anders | Landschaftskommunikation | Oderbruch
Lars Fischer | Landschaftskommunikation | Eberswalde
Jens Kleber | Garten- und Landschaftsarchitektur | Berlin
Anne Kulozik | Landschaftsentwicklung | Osnabrück
Helmut Lemke | sound art | Lancashire, GB
Prof. Dr. Roman Lenz | Landschaftsökologie | Nürtingen
Prof. Dr. Felix Müller | Landschaftsökologie | Kiel
Kerry Morrison | Environmental Art | Lancashire, GB
Antje Scholz | Installation, Grafik, Malerei | Oderbruch
Klaus Scholz | Wasser- und Landschaftsbau | Oderbruch
Prof. Dr. Uta Steinhardt | Landschaftsökologie | Eberswalde
Prof. Verone Stillger | Landschaftsplanung | Osnabrück
Almut Undisz | Landschaftskommunikation | Oderbruch
Prof. Hubertus v. Dressler | Landschaftsplanung | Osnabrück
Christiane Wartenberg | Rauminstallation | Oderbruch
Prof. Dr. Hubert Wiggering | Landschaftsökologie | Müncheberg

Den Rahmen
des Pleinairs bildet der Oderbruchpavillon, eine seit 2004 realisierte Landschaftswerkstatt, in der Methoden der Landschaftskommunikation exemplarisch für die
Regionalentwicklung erprobt werden. Die Ergebnisse des Pleinairs werden im Oderbruchpavillon dokumentiert.

Kontakt: k.anders@oderbruchpavillon.de

Regionale Veredelung und Vermarktung: Spielräume für landschaftsbezogenes Wirtschaften

Freitag, 4. März 2011

Bericht von einer Session bei der 10. Jahrestagung der IALE-D. Der Tagungsband und das vollständige Veranstaltungsprgramm finden Sie zum Download unter: http://www.iale.de/home/veranstaltungen/jahrestagung-2010.html

Koordination und Moderation: Roman Lenz und Kenneth Anders, Bericht: Kenneth Anders

Die Nutzung, Veredlung und Vermarktung heimischer Rohstoffe und Produkte wird in der politischen Diskussion als wesentliches Element der globalen Ökonomie hervorgehoben, ohne eine entsprechende Wertschätzung zu erfahren. Gemessen an den derzeitigen Verhältnissen in der Europäischen Erwerbsgesellschaft ist diese Geringschätzung nachvollziehbar. Aber ist sie unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit auch richtig? Dies betrifft nicht nur das Innovationspotenzial starker Regionalwirtschaften: Ökonomisch aktive und fein strukturierte ländliche Räume zeigen häufig eine größere Leistungsfähigkeit, wenn es um Innovationen und um den Platz auf den großen Märkten geht. Vor allem aber ist der Beziehungsreichtum heimischer Produkte für die regionale Identität und für die soziokulturelle Eigendynamik und Selbstorganisation in Kulturlandschaften unerschöpflich und unersetzlich. Damit geht eine These einher: Nachhaltige Landschaftsentwicklung ohne Regionalwirtschaft ist unmöglich!

Regionale Veredlung ist eine Strategie des Gartens, in dem durch normative Entscheidungen zugleich Wachstum ermöglicht wird. Welcher Art ist dieses Wachstum und welche Chancen hat es in Konkurrenz zur globalen Wirtschaft? Die Beiträge zur Session zeigten sehr verschiedene Facetten regionaler Wirtschaft und legten dementsprechend auch kontrastierende Antworten nahe.

Honig ist ein elementares Produkt lokaler Produktion und Veredlung. Die 10. IALE-Tagung stand denn auch ganz im Zeichen eines Kunst-Honig-Projekts von Robert Lenz und Christiane Wartenberg.

Michael Baldenhofer berichtete am Beginn der Session über ein Modellprojekt des Landes Baden-Württemberg. PLENUM soll regionale Wertschöpfung mit einem Mehrwert für Mensch, Natur und Landschaft in fünf Projektgebieten erreichen. Am Westlichen Bodensee ist das Vorhaben beim Amt für Landwirtschaft Stockach angesiedelt und wird von der „Modellprojekt Konstanz GmbH“ realisiert. Charakteristisch ist der Versuch, die Netzwerke verschiedener temporärer Förderprogramme (PLENUM, LPR, ELR, Interreg, ESF etc.) zu einer längerfristigen Strategie regionalen Wirtschaftens zusammenzubinden. Aus den dadurch wachsenden Institutionalisierungen werden einzelne Projekte aufgebaut, in denen Naturschutzziele durch regionalwirtschaftliches Handeln erreicht werden können. Diese Bemühungen illustrierte Baldenhofer anhand von zwei Netzwerken: Der Verein „Gutes vom See“ ist ein Zusammenschluss von Unternehmern am Bodensee in Form eines Vereins, der gezielt regionale Produkte in Gastronomie und Handel anbieten und dadurch extensive Landnutzungen, lokale Veredelung und landschaftspflegerisches Engagement fördern kann. Die Marke LinzgauKorn ist dagegen auf ein spezielles Segment gerichtet: Hier wird regionales Getreide nach den Kriterien „Qualitätszeichen und Bio Baden-Württemberg“ und darüber hinaus gehenden naturschutzorientierten Kriterien produziert und in einer regionalen Mühle und Bäckereien verarbeitet und vermarktet. Verbunden damit sind sowohl höhere Preise für die Produzenten als auch landschaftspflegerische bzw. naturschutzfachliche Effekte (Blühstreifen, Sortenvielfalt). In beiden Fällen wird zudem versucht, die regionalwirtschaftlichen und landschaftspflegerischen Effekte mit kulturlandschaftlicher Identität zu verknüpfen.

Ein kleines Korn kann viele Menschen zusammenführen: Das regionale Partnerprojekt LinzgauKorn.

Diesem „klassischen“ Ansatz staatlichen Handelns durch die Schaffung von Anreizen und die Bündelung von Initiativen stellte Christian Hiß ein Modell gegenüber, das stärker auf bürgerschaftliche Selbstorganisation setzt. Die Bürgeraktiengesellschaft Regionalwert AG will sozial-ökologische Wertschöpfung in der Landwirtschaft in der Region Freiburg forcieren, wobei die Kriterien für Nachhaltigkeit, Ökologie, soziale Relevanz etc. von den Aktionären erst entwickelt werden. Jährlich wird den Aktionären anhand von 64 Indikatoren in den Themenbereichen Beschäftigte/Ökologie/Regionalwirtschaft ein qualitatives Geschäftsergebnis zur Bewertung vorgelegt. Auseinandersetzungen über die Relevanz, über Messbarkeit und Hierarchie der Kriterien sind ausdrücklich erwünscht, nichtmaterielle und materielle Wertschöpfungsformen sollen in eine Gesamtrechnung einfließen. Der Wertschöpfungsansatz basiert also durchaus auf investiertem Kapital, inwiefern das Kapital aber erfolgreich arbeitet, wird in einem Aushandlungsprozess entschieden. Der Erwerb und die Verpachtung von landwirtschaftlichen Betrieben, die Finanzierung von landwirtschaftlichen Betrieben und finanzielle Beteiligungen an Unternehmen und Existenzgründungen sollen die Regionalentwicklung steuern. Das Spektrum der Betriebe reicht vom Gemüse-, Obst- und Weinbau bis zur Distribution und Gastronomie. Da für einen nachhaltigen Erfolg des Unterfangens die betriebswirtschaftliche Funktionsfähigkeit der einzelnen Unternehmen durchaus gesichert werden muss, liegt das entscheidende Bemühen der Regionalewert AG darin, Zeit und Vorlauf für langfristige Perspektiven zu gewinnen, den schnellen Verwertungsdruck zu verringern und so kulturlandschaftliche Inwertsetzungen sichtbar zu machen.

Ralf Kirchner-Heßler referierte anschließend über ein Instrument zur Erfassung von Streuobstwiesen mit Akteuren im PLENUM-Gebiet Heckengäu (Baden-Württemberg; Landkreise Böblingen, Calw und Enzkreis). Die Akteure sind hierbei als Partner der wissenschaftlichen Experten in die Datenerhebung und in die Maßnahmenkonzeption zur Entwicklung der Streuobstwiesen einbezogen und setzen die Planung schließlich selbst um. Der partizipative Anspruch soll also, im Gegensatz zu konventionellen planerischen Ansätzen, in allen Phasen des Arbeitszusammenhanges zur Geltung kommen. Das genutzte Erfassungs- und Bewertungsverfahren ist dementsprechend verständlich und praxisorientiert gestaltet.

Roman Lenz präsentierte mit der „Arche des Geschmacks“ ein Projekt zur Stärkung der regionalen Esskultur. Slow Food International mit seiner Stiftung für Biodiversität ist Träger des Vorhabens. Seit wenigen Jahren werden „Archepassagiere“ gekürt und Förderkreise eingerichtet, um die regionale Esskultur zu stärken. Eine Schlüsselfunktion nimmt dabei die Vielfalt an historisch entstandenen Pflanzensorten sowie Tierrassen ein, die den Regionen Eigenart verleihen und in der Regel mit einem ganzen Hof kultureller Techniken umgeben sind. Derzeit gibt es in Deutschland knapp 30 Arche-Passagiere vom Spitzkohl bis zum Würchitzer Milbenkäse; aus Baden Württemberg kommen elf solcher Passagiere. Dabei fiel auf, dass zuweilen sehr kleine Elemente zum Kern einer weiterreichenden Entwicklung werden können: Verschollen geglaubte Sorten der ursprünglichen schwäbischen „Alb-Leisa“ z.B. wurden in einer Samenbank des St. Petersburger Wawilow-Instituts gefunden und werden nun auf der Alb wieder kultiviert. Die Faszination einzelner Landwirte ist dabei eine wichtige Ressource, mit der die o.g. Zeit für die Entwicklung langfristiger Perspektiven mobilisiert werden kann.

Die Alb-Leisa wird im St. Petersburger Wawilow-Institut gefunden und kann nun wieder auf der Schwäbischen Alb kultiviert werden.

Einen gänzlich anderen Zugang zur regionalen Wirtschaft führte Franka Papendiek in die Debatte ein. Durch Bioraffinerien sieht sie die Chance einer Verlagerung der Veredelung von Biomasse in den ländlichen Raum. Demnach können aus Biomasse exakt bestimmte Grundstoffe für die Chemie-, Pharma- und Kosmetikindustrie werden. Der stofflichen Veredelung gebührt aufgrund mangelnder Rohstoffalternativen gegenüber einer energetischen Verwertung unbedingt der Vorrang. Das Prinzip der Kaskadennutzung bedarf enormer technologischer Anstrengungen, wenn es verwirklicht werden soll, doch kann dadurch die Effizienz der Biomassenutzung steigen. Im Hinblick auf die oft in der Regionalwirtschaftsdebatte reklamierte kulturlandschaftliche Vielfalt ist interessant, dass durch die Landwirte verschiedene Rohstoffe (Grünschnitt, Holz, Stroh, Abfälle) an die Bioraffinerien geliefert werden können – im Gegensatz zu den derzeit landschaftsprägenden Maisschlägen würde dies eine Diversifizierung der Bewirtschaftungen ermöglichen. Zugleich wurde deutlich, dass die komplexe Bioraffinerie im Vergleich zu den o.g. Ansätzen eindeutig für eine Strategie des Anschlusses an industrielle Strukturen steht.

So könnte eine Bioraffinerie in Zukunft aussehen. (http://idw-online.de/de/newsimage?id=83405&size=screen)

Kenneth Anders diskutierte das regionale Wirtschaften schließlich im historischen Kontext. Das zwanzigste Jahrhundert steht seiner Ansicht nach im Zeichen einer radikalen Aufkündigung der Wertschöpfungsbeziehung zwischen Stadt und Land. Der fortschreitende Zerfall von Regionen als Wertschöpfungsgemeinschaften wirft die Frage nach der Eigenlogik des ländlichen Raums auf: Sind Landschaften urbane Funktionsräume, in denen sich die globale Wirtschaftslogik räumlich ausdifferenzieren kann oder müssen sie eine wirtschaftliche, aus ihrer sozialökologischen Spezifik resultierende Eigenlogik beanspruchen? Hier schließen sich politische Fragen an: ist die Industrialisierung der Landwirtschaft, insbesondere der Tierhaltung aus der Sicht der ländlichen Räume hinzunehmen? Gibt es nicht substituierbare Handwerke, die Opfer globaler Handelspolitik werden (z.B. die Korbflechterei)? Inwiefern können moderne Versuche, Design und Regionalentwicklung zusammenzuführen, das Dilemma der „alten“ Wirtschaftsweisen überwinden? Und welche subsistenzwirtschaftlichen Strategien sind für die ländlichen Räume unverzichtbar? In der Folge verwies Anders vor allem auf die Notwendigkeit von Stadt-Land-Diskursen, mit deren Hilfe die Kulturlandschaften als Handlungsräume neu konzipiert werden können. Dabei sind politische Auseinandersetzungen ebenso notwendig wie eine Neuorientierung des Naturschutzes auf Fragen der Landnutzung. Und nicht zuletzt sind auch utopische Elemente unverzichtbar.

Regionales Wirtschaften reicht von der Subsistenz bis zur professionellen Vermarktung und ist durch eine wesentlich höhere Selbstorganisation der involvierten Akteure geprägt. Darin liegt die Stärke regionaler Wirtschaftsakteure – und daraus erklärt sich zugleich, warum sie in unserer Erwerbsgesellschaft als Sonderlinge gelten.

Ausblick: Obwohl die Session in erster Linie eine Reihe von unterschiedlichen Referaten vereinte, erlaubt sie doch einige interessante systematische Aussagen. So wurde sichtbar, dass Strategien der regionalen Wertschöpfung als kulturlandschaftliche Inwertsetzungen vor allem Zeit brauchen und Strukturen benötigen, mit denen die überregionalen Wirtschaftsmechanismen zumindest temporär durchbrochen werden können. Darüber hinaus sind auch außerökonomische Ressourcen wie regionale Identität, Leidenschaft für landschaftliche Eigenart, Tradition und Wissen erforderlich. Nicht zuletzt zeigte sich in der Spannung zwischen traditionellen regionalen Wirtschaftsansätzen und organisatorischer bzw. technologischer Innovation ein enormer konzeptioneller Spielraum, der bislang weder politisch noch wissenschaftlich hinreichend erkundet worden ist. Regionalwirtschaft ist kein Liebhabethema – für nachhaltige Landschaftsentwicklung ist es das Schlüsselthema schlechthin.

What makes Landscape valuable?

Freitag, 8. Oktober 2010

Ecology, Art and Science – valuation and adding value

The IALE conference, 2010.

Kerry Morrison, UK

In the introductory presentation about ecosystem services within the context of the theme of the conference, Felix Muller posed a number of questions including:

Can we really compare (and add) the different monetary service values if they have been quantified on the base of different methodologies?

The ecosystem service provider groups; Supporting, Provisioning, Regulating and Cultural are all intrinsically interconnected, however, to measure the services within each category different methodologies are required – regardless of whether or not the monetary values can be compared. This is specifically the case for the category of Culture, where qualitative (Arts and Humanities and Social Sciences) as opposed to quantitative (Science) analysis is needed. So it does not come as a surprise that many scientists researching ecosystem services consider Culture the most difficult to measure. (Muller 2010)[1]

The conference introduced the theme of art within the context of What makes landscape valuable?: The relationship of art and landscape – from object of beauty to critical discourse.

What role does, or can, art have within landscape ecology? The answer to this question depends much upon the type of art, how artists work (methodology) and what they produce (artefact or experience). There are as many different types of art practice as there are of scientific research. Art can no longer be defined into two simple categories: 2D (painting, drawing, photography etc.) and 3D (sculpture, installation, etc). Time (performance, film, sound, etc.) and process (the action of doing) are now within the melange. And this is before we even begin to discuss subject matter, inspiration, or venue (inside or outside).

If we assume that art has capacity within Ecosystem Services research, the next logical questions include:

How can art and science interface?

How can Art add ‘value’ to landscape (knowledge and appreciation)?

These questions began to be explored on the last day of the conference – but of course, as with many conferences, there was insufficient time to really begin to un-tap the myriad of art and science possibilities.

During the wine tasting evening some of us began to discuss the possibility of a follow-on event, a residential symposium to explore notions of art and science collaboration and interdisciplinary work.

As we sipped and tasted the delights offered to us by a local wine grower/maker/producer, we quickly began to notice the effects of the alcohol – too quickly. We didn’t consume that much, there was a slops bucket on the table and after a few sips of the each wine, the remnants in our glasses were sloshed into the bucket. So how come we felt so tipsy? I have an unfounded and un-researched theory  – based on observation alone… This group of tasters were not passive recipients of wine and wine information – this group were relentlessly inquisitive and questioners…

What soil type? – Discussion ensued.

What’s the geology? – Discussion ensued.

Corks or screw-tops? – Discussion ensued.

How are the barrels made and what from? – Discussion ensued.

The age of vines – Discussion ensued

Complexity of grape aroma particles – Discussion ensued.

I too was getting tipsy – so can’t recall all the repartee.

My theory is this – If you use your brain whilst consuming alcohol you get drunk quicker.

What I also gained from this brief encounter was that artists and scientists are similar creatures… engaged and engaging.

Artists and scientists are creative. They need to be in order to push the boundaries within their field and to contribute to ‘new knowledge’, although more often than not, the ‘new’ remains within the confines of their discipline. What makes art research and science research different is method: method of inquiry: method of ‘production’.

To concentrate on similarities is a good place to begin to explore the possibilities of art and science cohesion within Ecosystem Services Research, Landscape Ecology and Landscape Art.

There appears to be a need to develop a framework for multidisciplinary, interdisciplinary and transdisciplinary [art and science interface] research. The distinctions between and difference from traditional single disciplinary approaches requires consideration. Multidisciplinary is whereby individuals or groups working in different disciplines address the same issue, interdisciplinary is where an individual or a group work at the boundaries of traditional disciplines and often in gaps that emerge between disciplines, and transdisciplinary is whereby an individual or group uses knowledge from a number of disciplines to gain new insights[2]. Collaboration (a recursive process where two or more people or organizations work together in an intersection of common goals – for example, an intellectual endeavor that is creative in nature – by sharing knowledge, learning and building consensus.[3]) can be multi, inter, or transdiciplinary.

Intellectualizing method is one thing, but putting methods into practice is entirely another thing. Where do you begin? How can artists and scientists come together to discover that there are mutual goals that benefit their own personal research?

And before any practical collaboration begins, both the artist and the scientist might want to question what’s in it for them? Kerry Morrison (artist) and Alicia Prowse (ecologist) have been collaborating for 8 years, and Prowse’s first response to Morrison’s request to work with her was, Well, I can see what you might gain from this, but what’s in it for me? She was referring to the fact that she had spent the past 6 years researching the impact of Himalayan balsam on native British flora and then along comes an artist wanting to ‘hijack’ her research for inspiration for a creative endeavor. This point of view can be flipped with the artist posing a similar question; having spent years developing an original practice why would I want to illustrate someone else’s research?

An artist, or a scientist, employing the services of the other is not the same as collaboration. Art using science or science using art is not disputed, but the interesting consideration is the possible impact and contribution to knowledge and research that collaborative inquiry may reveal.

To begin to explore notions of art and science collaborations, the idea of a follow on event was discussed between Lars Fisher, Kenneth Anders, Roman Lenz, Helmut Lemke, Kerry Morrison, Felix Muller, Benjamin Burkhard, Hubert Wiggering, Uta Steinhardtand Katharina Diehl. What could this be?  Where and when could it be? How could it be funded?

Landscape Ecology and Landscape Art – A Practical Residential Symposium

The word symposium has two meanings:

1.  A conference or other meeting for discussing a particular subject[4].

2. A drinking party held by ancient Greeks for convivial conversation, particularly philosophical and intellectual discussion[5].

Combining these two definitions and expanding upon them, what has been discussed is a residential situation whereby artists and ecologists explore the actual and real outdoor landscape. Artists and ecologists will put on their walking boots, go outside and investigate the landscape surrounding the symposium residence. What they look for and how they investigate will be at their own discretion, but one assumes that each individual will begin to focus on elements within that landscape that are relevant to their research in some way.

The purpose of the symposium is to bring together inquiring minds in a convivial situation and to facilitate initial dialogues and exchanges between artist and scientists. In order to create a situation conducive to conversation on an equal and jargon free basis (profession idioms could potentially inhibit clarity), simple tasks could be set to enable an initial period of elementary investigation, for example:

To Begin

  • The surrounding landscape could be divided into a number of sections defined by biota or topography.
  • Participants would choose an area to investigate.
  • Participants could be asked to collect and bring back a set number of things that caught their attention. (This could range from an actual object or organism to notes, sketches, montages or photographs.)
  • At the end of the first day, participants could ‘display’ their finds for all to see.

Following On

  • Discussion – time spent listening to each investigator talk about the area they explored, what interested them and why, and explaining their collection of things.

What this basic approach should enable is an equitable starting point: the outdoor landscape, and a basis for shared interests.

The hope would be that two or more people from different disciplines find themselves drawn to similar lines of inquiry. The aim will be that artist(s) and ecologist(s) begin to engage in dialogue and discover synergies.

The days could be filled with practical enquiry.

The evenings filled with discourse (alcohol optional).

It may be necessary to facilitate a practical symposium like this. This is a role that Kenneth and Lars would be well placed to deliver, consultants whose work and interests span landscape art and landscape ecology.

In addition, time could be set-aside for participants to present research, interests, or research dilemmas – early evening for example.

The symposium should be viewed as an incubator for new ideas and possibilities.

When and where?

Spring / summer 2011 for seven to ten days

The Albe region Biosphere Reservation could make and interesting and suitable location. Accommodation could be secured at the old army barracks.

The other possibility is to go to the Oderbruch, where Kenneth & Lars could give an interesting framework with their Project Oderbruchpavillon.

Cost?

Would this be an event that people would be willing to self-fund? If people are willing to pay their way, cost of travel, food and accommodation, then organizing a symposium could be quite simple and straightforward.

There seemed to be a genuine interest in extending the conference theme into another more discursive event.

The above has been written to outline some ideas and to begin a discourse…


[1] Muller 2010, Landschaftsbewertung auf der Basis von Ecosystem Services –

Möglichkeiten und Grenzen. IALE-D 2010 Was macht Landschaft wertvoll? Nürtingen, Germany.

[2] James. P. et al (2009) Towards an integrated understanding of green space in the European built environment. Urban Forestry & Urban Greening 8 pp. 65-75

[3] Wikipedia definition, http://en.wikipedia.org/wiki/Collaboration

[4] 2003. Shorter Oxford English Dictionary. Volume 2. N-Z.  Fifth edition. Oxford University Press.

[5] Ibid.

Die 10. Jahrestagung der IALE – D – Was macht Landschaft wertvoll?

Dienstag, 28. September 2010

Zeit: 22.-25. September 2010

Ort: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt; Standort Hauber Areal K V, Sigmaringer Str. 14, Nürtingen

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AG kulturlandschaftliche Diskurse

Dienstag, 8. Dezember 2009

Ein Anlauf zur Schärfung des Kulturlandschaftsbegriffes und zwei daraus abgeleitete Vorhaben

Freising, Oktober 2007

1. Begriffsbestimmung

Gemeinsam zum Thema Kulturlandschaft zu arbeiten ist schwierig, weil das Gegenstandsfeld unendlich ist. Man kann über die historische Prägung dieses spezifisch deutschen Wortes forschen, verschiedene Vorstellungen und Ideologien herausarbeiten, empfundene Handlungsräume beschreiben oder schlicht verschiedene menschlich besonders geprägte Räume inventarisieren. Ein gemeinsames Thema oder Problem liegt nicht vor, vielmehr gerät man mit der Rede von Kulturlandschaft in eine Reihe von Grauzonen, die nicht eben die wissenschaftliche Klarheit fördern: die fehlende Abgrenzung von „Kulturlandschaft“ und „Landschaft“, die ungeklärte normative Konnotation des Wortes und schließlich der reichhaltige semantische Hof (bestehend aus Heimat, Schönheit und Biedermeier). Sollte innerhalb der IALE unter einem solchen Begriff eine Arbeitsgruppe formiert werden, die in einen fruchtbaren Dialog zur Landschaftsökologie treten kann, verlangte dies eine Klärung. (weiterlesen…)

Treffen zum Kulturlandschaftsbegriff

Dienstag, 8. Dezember 2009

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2. April 2007, 10-15 Uhr, FH Eberswalde

Teilnehmer: Reinhard Klenke (GNL Kratzeburg), Astrid Artner (ZALF Müncheberg) Lars Fischer (Büro für Landschaftskommunikation), Andreas Vetter (IRS Erkner), Gerd Lutze (ZALF Müncheberg), Uta Steinhardt (FH Eberswalde), Kenneth Anders (Büro für Landschaftskommunikation)

Vorbemerkung: Das Treffen geht auf den Arbeitskreis Kulturlandschaft der IALE-D zurück, innerhalb dessen es ursprünglich stattfinden sollte. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass der Kulturlandschaftsbegriff eine politische und wissenschaftliche Renaissance erlebt, ohne dass präzise geklärt ist, was unter Kulturlandschaft zu verstehen ist, so dass für eine Wissenschaftlergruppe keine gemeinsame Fragestellung aus ihm hervorgeht. Die politische Attraktivität des Begriffs steht in keinem ausgewogenen Verhältnis zur Vielschichtigkeit seines Gebrauchs. Die Initiatoren (Astrid Artner, Kenneth Anders und Uta Steinhardt) waren sich darüber einig, dass eine Verständigung über dieses Verhältnis notwendig ist, sofern in der umweltbezogenen Forschung der Kulturlandschaftsbegriff eine zentrale Rolle spielen soll.

Im Vorfeld waren neun Fragen an die Interessenten verschickt worden:

  1. Wo hat der Kulturlandschaftsbegriff für Sie seinen genuinen Ort, seine glaubwürdigste Funktion? Ist er eher ein wissenschaftlicher Begriff, ein politisches Konzept, eine ästhetisch-philosophische Anschauung, eine Idylle oder ganz etwas anderes?
  2. Wo würden Sie die Grenzen von “Kulturlandschaft” zu anderen Begriffen sehen, mit denen Räume, Gebiete und Systeme gefasst werden? Gibt es einen Gegenbegriff zu Kulturlandschaft? Welcher ist das und warum?
  3. Ist “Kulturlandschaft” ein Sonderfall von “Landschaft” bzw. in welchem Verhältnis stehen beide Begriffe? Gibt es eine menschlich überformte Landschaft, der Sie den Status einer Kulturlandschaft absprechen würden? Gibt es für Sie eine “ideale” Kulturlandschaft?
  4. In welchen Spielarten kann man den Kulturlandschaftsbegriff verwenden (z.B. deskriptiv, analytisch, normativ, etc.)? Wie verwenden bzw. verstehen Sie ihn bei Ihrer Arbeit und umgangssprachlich?
  5. Braucht die Wissenschaft den Kulturlandschaftsbegriff? Ist der Kulturlandschaftsbegriff ein sinnvolles heuristisches Konzept?
  6. Oder ist “Kulturlandschaft” vielmehr ein Konzept zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an die Politik und politischer Inhalte an die Öffentlichkeit? Kann der Begriff für den Transport wissenschaftlicher Ergebnisse an Politik und Gesellschaft fruchtbar gemacht werden? Sollte er das überhaupt?
  7. Gibt es inhaltliche Verknüpfungen des Kulturlandschaftsbegriffs zu anderen Konzepten wie Nachhaltigkeit”, “Biodiversität”, “Umweltverträglichkeit”, “sanfter Tourismus”, Regionalität?
  8. Ist Kulturlandschaft in Indikatoren und theoretischen Modellen greifbar oder gar messbar zu machen? Welche wären das?
  9. Welche Forschungsfragen interessieren Sie im Zusammenhang mit dem Kulturlandschaftsbegriff? (weiterlesen…)